Anzeiger
- Die Wochenzeitung für die Ostschweiz vom 22. Januar 2002 |
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| Unternehmer / Armeetaschen |
Swiss Army auf Siegeszug |
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Das Material für diese begehrten Accessoires schlummerte jahrzehntelang in den riesigen Lagerräumen der Schweizer Armee: Wolldecken, zwischen 1910 und 1960 produziert, aber nie gebraucht. «Als ich die erste Wolldecke sah, fiel mir sofort der rote Streifen mit dem eingewobenen Schweizer Kreuz auf – das einzige Schöne an dem Teil», schmunzelt der ehemalige Wachtmeister. In seinem Kopf fing es sofort an zu arbeiten, Entwürfe entstanden, Zeichnungen, die vom Karlen-Team umgesetzt wurden. Die Walliser Sattlerei lebte seit vielen Jahren von Aufträgen der Schweizer Armee und hatte dadurch einen guten Draht zu jenen Stellen, die das ausgemusterte Material «hüteten». Denn mit Wolldecken allein war noch kein Rucksack gemacht. Gewehrriemen, Gürtel, Bajonetttaschen und anderes mehr kam in den Recycling-Prozess für Walter Maurers Kreationen. Sein Rucksack-Prototyp schlug allerdings bei den Läden überhaupt nicht ein. «Erst als ich ihn in Trendboutiquen in grösseren Städten zeigte, kamen die grossen Aufträge», sagt Maurer. Und als die «Army Recycling Collection» dann von einem geschäftstüchtigen Japaner entdeckt wurde, war das zehnköpfige Team in Törbel bestens ausgelastet. «Dort laufen unsere Produkte wie verrückt! Letzte Woche, als ich an der Trendmesse Ornaris in Zürich war, besuchte mich ein Journalist einer grossen japanischen Tageszeitung, um über unsere Produkte zu schreiben», freut sich Maurer im Gespräch mit dem Anzeiger. Über mangelndes Interesse
in der Schweiz kann sich der Produktgestalter allerdings auch nicht
mehr beklagen. Seit «10 vor 10» letzten Dezember über
die Kollektion berichtete, rennen Interessierte den Läden die Türen
ein. «Wir wurden vom Ansturm völlig überfahren und arbeiten
immer noch an vorweihnachtlichen Bestellungen!» Für Maurer
ist diese Nachfrage auch deshalb erstaunlich, weil seine Qualitätsprodukte
keineswegs billig sind. |